Wärmeplanung Herne: Was bedeutet das für meine Gasheizung?
Der Herner Wärmeplan erklärt: Was steht drin, muss Ihre Gasheizung raus und wann ist die Wärmepumpe die richtige Lösung? Mit Zeitplan, Gebäude-Check und Förderung.

„Muss meine Gasheizung jetzt raus?“ Seit die Stadt Herne ihren kommunalen Wärmeplan vorgestellt hat, hören wir diese Frage fast täglich. Die kurze Antwort: Nein, nicht sofort. Die lange Antwort lohnt sich trotzdem, denn der Wärmeplan zeigt ziemlich genau, wohin die Reise beim Heizen in Herne geht. In diesem Beitrag erklären wir, was drinsteht, was er für Ihr Haus bedeutet und wie Sie jetzt in Ruhe die richtige Entscheidung treffen.
Was ist die kommunale Wärmeplanung?
Alle größeren Städte in Deutschland müssen planen, wie sie bis spätestens 2045 klimaneutral heizen wollen. Für Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, also auch für Herne, galt dafür die Frist 30. Juni 2026. Der Wärmeplan ist eine Art Landkarte: Er zeigt für jedes Gebiet der Stadt, welche Wärmeversorgung dort künftig am sinnvollsten ist, zum Beispiel ein Wärmenetz oder die eigene Wärmepumpe im Haus.
Wichtig zu wissen: Der Wärmeplan ist ein strategisches Planungswerk der Stadt. Er verpflichtet Sie als Eigentümer nicht, etwas zu tun, und er gibt Ihnen auch keinen Anspruch auf einen Anschluss an ein Wärmenetz.
So ist der Herner Wärmeplan entstanden
Februar 2026: Der Rat der Stadt Herne beschließt einstimmig, den Entwurf zu veröffentlichen. Er erscheint am 20. Februar im Amtsblatt, alle Betroffenen können 30 Tage lang Stellung nehmen.
12. Juni 2026: Die Stadt stellt den fertigen Wärmeplan vor, rechtzeitig vor der gesetzlichen Frist.
Juli 2026: Im Bürgerdialog „Wie soll Herne heizen?“ beantwortet die Stadt Fragen von Eigentümern und Mietern.
2031: Der Plan wird fortgeschrieben. Gebiete und Annahmen können sich bis dahin also noch verändern.
Was steht im Herner Wärmeplan?
Herne heizt heute vor allem mit Gas: Rund 80 Prozent der Gebäude werden mit Erdgas beheizt.
Das Ziel ist klimaneutrale Wärme bis 2045: Sozialverträglich und wirtschaftlich tragfähig, mit einem Mix aus verschiedenen Technologien statt einer Lösung für alle.
Die Stadt ist in Eignungsgebiete eingeteilt: Für jedes Gebiet beschreibt der Plan, wie wahrscheinlich dort ein Wärmenetz ist, von „sehr wahrscheinlich“ bis „wenig wahrscheinlich“. Die Gebiete sind bewusst nicht straßen- oder hausgenau abgegrenzt.
Wärmenetze lohnen sich vor allem in dichter Bebauung: Also eher in Quartieren mit vielen Mehrfamilienhäusern als in Siedlungen mit Ein- und Zweifamilienhäusern.
Überall sonst heizt jedes Haus selbst: Für diese dezentrale Versorgung nennt die Potenzialanalyse Luft-Wärmepumpen, Erdwärme über Kollektoren oder Sonden, Solarthermie und Wärmepumpen in Kombination mit Photovoltaik. Die Wärmepumpe ist damit für sehr viele Herner Häuser die naheliegende Lösung.
Keine Pflichten für Eigentümer: Verpflichtende Maßnahmen für Hausbesitzer sieht der Plan derzeit nicht vor.
Den vollständigen Wärmeplan und die Kurzfassung finden Sie auf herne.de. Dort sehen Sie auch die Karte mit den Eignungsgebieten.
Was gilt für mein Haus? Der kostenlose Gebäude-Check
Weil der Wärmeplan nicht hausgenau ist, bietet die Stadt Herne das kostenlose Online-Werkzeug heatfind an. Damit sehen Sie den energetischen Zustand Ihres Gebäudes und können verschiedene Szenarien durchspielen. Den Zugang finden Sie über die Wärmeplanungsseite der Stadt.
Das Ergebnis ist eine gute erste Orientierung. Ob eine Wärmepumpe in Ihrem Haus wirklich passt, wie groß sie sein muss und was sie kostet, klären wir danach bei Ihnen vor Ort, inklusive Heizlastberechnung.
Muss ich jetzt meine Gasheizung austauschen?
Nein. Eine funktionierende Gasheizung darf weiterlaufen und auch repariert werden. Der Wärmeplan allein löst keine Austauschpflicht aus. Auch auf Bundesebene wurden die Regeln für den Heizungstausch 2026 neu gefasst. Welche Vorgaben für Ihr Haus konkret gelten, hängt vom Einzelfall ab, und genau das klären wir in der Beratung verbindlich für Sie.
Trotzdem lohnt es sich, nicht bis zum Ausfall der Heizung zu warten. Wer erst im Notfall handelt, hat wenig Auswahl, wenig Zeit für die Förderung und muss oft eine Übergangslösung bezahlen. Wer jetzt plant, entscheidet in Ruhe.
Ist die Wärmepumpe die richtige Lösung für mein Haus?
Das hängt vor allem davon ab, wo Sie wohnen und wie Ihr Haus gebaut ist. Diese Fragen helfen bei der Einordnung:
Wohnen Sie in einem Ein- oder Zweifamilienhaus, Reihenhaus oder einer Zechensiedlung? Dann ist die Wärmepumpe in Herne meist die naheliegende Lösung, weil Sie unabhängig von einem Netzanschluss heizen.
Haben Sie Heizkörper statt Fußbodenheizung? Das ist oft kein Problem. Wie Sie das in dieser Heizsaison selbst testen können, lesen Sie in unserem Beitrag „Wärmepumpe mit Heizkörpern: Geht das ohne Fußbodenheizung?“.
Haben Sie eine Solaranlage oder planen Sie eine? Dann können Sie einen Teil des Stroms für die Wärmepumpe selbst erzeugen und machen sich unabhängiger von Energiepreisen.
Sind Sie unsicher, was der Wärmeplan für Ihre Straße bedeutet? Dann sprechen Sie uns an. Wir ordnen das gemeinsam mit Ihnen ein, bevor Sie Geld in die Hand nehmen.
Förderung: Warum sich der Zeitpunkt lohnt
Für den Tausch einer alten Heizung gegen eine Wärmepumpe gibt es über die KfW (Programm 458) einen Zuschuss. Der Stand seit 21. Juli 2026:
Grundförderung: 30 Prozent der förderfähigen Kosten.
Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozent für Selbstnutzer, wenn eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung ersetzt wird, oder eine Gas- bzw. Biomasseheizung, die mindestens 20 Jahre alt ist.
Einkommensbonus: Bis zu 40 Prozent für Selbstnutzer mit niedrigerem Haushaltseinkommen.
Obergrenze: Insgesamt höchstens 70 Prozent (80 Prozent bei niedrigem Einkommen), bei förderfähigen Kosten von bis zu 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Das sind maximal 22.400 Euro Zuschuss.
Wichtig: Ab dem 1. Februar 2027 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus schrittweise. Wer früh plant, sichert sich die höhere Förderung. Ob und in welcher Höhe Ihr Vorhaben gefördert wird, prüfen wir gemeinsam mit Ihnen vor der Antragstellung.
Warum Herne beim Thema Wärme auf Sprick setzt
Wir sind ein Herner Familienbetrieb und seit 1968 Elektro-Meisterbetrieb. Für eine Wärmepumpe ist das ein echter Vorteil: Zählerschrank, Hausanschluss und Steuerung erledigen wir selbst, statt sie an einen weiteren Betrieb zu übergeben. Als Vaillant Platin-Partner planen und installieren wir Ihre Wärmepumpe mit Sprick.Heat, auf Wunsch zusammen mit Solaranlage und Speicher, alles aus einer Hand.
Ihr nächster Schritt
Sie wollen wissen, was der Wärmeplan für Ihr Haus bedeutet? Rufen Sie uns an unter (02323) 94 95-0 oder schreiben Sie an info@elektro-sprick.de. Wir schauen uns Ihr Haus persönlich an und sagen Ihnen ehrlich, welche Lösung passt, auch wenn die Antwort lautet: Ihre Heizung darf noch ein paar Jahre laufen.
Quellen: Stadt Herne, Wärmeplan für die Stadt Herne; Amtsblatt der Stadt Herne vom 20.02.2026. Stand: November 2026.